Neben den regelmäßigen Treffen der Gemeinschaft Dortmund, die an jedem dritten Donnerstag des Monats am Franziskanerkloster in Dortmund stattfinden, treffen sich die Mitglieder und Interessierten der Gruppe mehrmals im Jahr an einem Sonntag zum „Einkehrtag.“ Die Einkehrtage sind für alle offen, so dass oft auch Geschwister dabei sind, die vor Ort keine eigene Gemeinschaft mehr haben, oder auch am franziskanischen Geist interessierte Menschen, die einen ersten Kontakt zu einer Gemeinschaft suchen. Am 20.September 2026 gestaltete unsere Gemeinschaft einen solchen Einkehrtag auf besondere Weise, ein gemeinsamer Ausflug nach Münster stand auf dem Programm.

Wir trafen uns bereits am Morgen des Sonntags am Kloster der Kapuziner in Münster und feierten dort zusammen mit den Brüdern und einer großen Gemeinde die heilige Messe, die von Bruder Paulus Terwitte, dem Guardian des Klosters, zelebriert wurde. Im Anschluss trafen wir uns mit Bruder Jose und Bruder Paulus im Refektorium des Klosters zu einem franziskanischen „Mitbringbuffet“. Alle hatten etwas mitgebracht, so dass wir gemeinsam bei guten Gesprächen ein schönes Mittagessen einnehmen konnten. Sodann machten wir uns Richtung Innenstadt auf. Der Weg durch Münster war begleitet von Erinnerungen an die bewegte Geschichte der Stadt: an die Unruhe der Wiedertäuferzeit, an die mühsame Suche nach Frieden im dreißigjährigen Krieg und an das mutige Eintreten Kardinal Galens für die Würde des Menschen in dunkelster Zeit. Diese Gedanken begleiteten die Schwestern und Brüder unterwegs und gaben dem Tag eine geistliche Tiefe.

Um 15 Uhr versammelten wir uns mit anderen Gläubigen zur Vesper der Klarissen im Paulusdom. Das feierliche Stundengebet wurde der zweite liturgische Höhepunkt des Tages. Nach der Vesper empfing uns die Äbtissin der Klarissen, Schwester Konrada im kleinen Kloster hinter dem Dom. Hier hatten wir Gelegenheit etwas zur Geschichte der Klarissen am Dom zu erfahren und konnten viele Fragen stellen. Bis heute leben die Schwestern der heiligen Klara ausschließlich von dem, was die Menschen ihnen bringen. Und bis heute klopft kein Bedürftiger an die Klosterpforte, ohne etwas zum Essen zu bekommen. So hatten auch wir den Schwestern einige Lebensmittel mitgebracht. Nach unserem Besuch im Kloster traten wir dann über den Prinzipalmarkt mit seinen beeindruckenden Giebelhäusern und einem kurzen Besuch der Lambertikirche mit den Käfigen der Wiedertäufer am Turm den Rückweg zum Kapuzinerkloster an, wo der erfüllende Tag dann am frühen Abend endete.

Schwestern und Brüder auf dem Prinzipalmarkt in Münster. Im Hintergrund St. Lamberti