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Geistliches Wort zu Weihnachten 2020


Kirchenräume geschlossen (nicht alle), keine öffentlichen Gottesdienste, keine öffentliche Eucharistiefeier. Diese Schlagzeilen prägten das kirchliche Leben im Frühjahr dieses Jahres, ausgerechnet auch in der Heiligen Woche zwischen Palmsonntag und Ostern.


Mir ist da bewusst geworden Gottes Wirken, Gottes Präsenz ist nicht an sakrale Räume gebunden. Gottes Größe und Allmacht, aber auch Gottes Ohnmacht und Demut ist weder auf Tempeln mit goldenen Schreinen noch auf ästhetisch anmutenden Kirchenräumen gegründet. Was Gott braucht, sind Menschen, die ihm wie Franziskus und Klara im eigenen Leben Raum, einen Platz geben. Gott zeigt sich dem, der bereit ist, Gott im Rahmen der Begebenheit und der eigenen Möglichkeiten zu schauen. Ja Gott spricht zu derjenigen, die offene Ohren hat für leise Töne und Stimme. Maria dieses Mädchen aus Nazareth, Verlobte des Josef (Hüter des Lebens), ist ein Mensch, der ganz offen ist für Gott. Sie ist eine sehr lebendige, junge Frau voller Träume und Pläne für ihre Zukunft und sie weiß sich und ihr Leben ganz in Gott gegründet, gefestigt und geborgen. Weil Gott darum weiß, dass diese junge Frau ihm immer schon einen Platz in ihrem Herzen gegeben hat, wählt er sie aus, Mutter seines Sohnes zu werden. Ganz Realistin und immer ausgestreckt zum Himmel, zu Gott, so ist Maria über all die Jahrhunderte hinweg Vorbild für jeden gottgläubigen und gottsuchenden Menschen. Gott überrascht Menschen, ja ein sich zeigen kann einen Menschen überwältigen. Aber Gottes Wirken und zartes Eingreifen am Menschen hat nichts Zerstörerisches an sich, sondern baut und erhebt den Menschen auf, enthält immer eine Einladung zu mehr Leben und erwartet geduldig auf die Zustimmung, die Antwort des Menschen.


Im Franziskus-Psalm XV betet Franziskus: „Jubelt Gott, unserem Helfer, jauchzt dem Herrn, dem lebendigen und wahren Gott mit Jubelklang. Denn der Herr ist erhaben, ein großer König über die ganze Erde. Denn der heiligste Vater im Himmel, unser König vor Ewigkeiten, hat seinen geliebten Sohn aus der Höhe gesandt, und er ist von der seligsten Jungfrau, der heiligen Maria geboren worden. An jenem Tag hat der Herr sein Erbarmen entboten, und in der Nacht erklang sein Lobgesang. Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat, an ihm lasst uns jubeln und frohlocken. Denn das heiligste, geliebte Kind ist uns geschenkt und für uns am Weg und in eine Krippe gelegt worden, weil es keinen Platz in der Herberge hatte. Ehre sei Gott, dem Herrn, in den höchsten Höhen und auf Erden Frieden den Menschen guten Willens…Bringt euch selber dar und tragt sein heiliges Kreuz und folgt bis zum Ende seinen heiligsten Geboten“.


In diesem langsam zu Ende gehende Jahr fällt mein Blick in besonderer Weise auf den kleinen, schwachen Menschen in der Krippe, draußen am Weg für uns geboren, weil kein Platz in der Herberge war, wie Franziskus betend betrachtet uns realistisch vor Augen hält. Ja das heiligste, geliebte Kind uns aus der Höhe, von Gott geschenkt, lenkt meinen Blick auf uns alle: Wir Menschen haben zwar enorme Fähigkeiten und Kenntnisse auf vielen Gebieten und das Engagement vieler von uns ist ungeheuer groß. Aber wir haben auch in den vergangenen Monaten gemerkt, wie anfällig, verwundbar, verletzbar und bedürftig wir sind, auch ratlos oder hilflos. Wie ein kleines Kind. Wir haben gemerkt und erfahren, wie leicht unser Verstand zurücktritt hinter Hysterie, Angst oder auch Egoismus. Wie schnell uns ethische und soziale Fragen an unsere Grenzen führen. Das gehört auch zu unserem Menschsein. Das hat die Begegnung mit dem Virus deutlich gezeigt. Und dann sagt einer, der es nun tatsächlich nicht nötig hätte: Da bin ich dabei! Diesen menschlichen Weg der Menschen gehe ich mit euch! Als euer Gott! Und zuerst macht er sich zu einem Menschen, der als Säugling völlig angewiesen
ist auf andere. Ich glaube, auch um uns zu zeigen, dass das ein großes Stück Erlösung ist: Ja sich auf seine eigene Angewiesenheit und Hilfsbedürftigkeit auf andere einzugestehen und dann zu handeln in dem Wissen und Bemühen, das wir alle aufeinander angewiesen sind. Gott erscheint als jemand, um den man sich kümmern muss. Und jede Krippenfigur des Kindes sagt uns: Kümmert euch umeinander in gegenseitiger Verantwortung und Liebe! Das ist schon immer so gewesen; vielleicht wird es beim Weihnachtsfest 2020 noch deutlicher als sonst.


Weihnachten fällt auch dieses Jahr nicht aus. Es zeigt uns auch dieses Jahr. Mach es wie Gott und werde Mensch. Tagtäglich.


In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein Jahr 2021 mit friedvollen und hoffnungsvollen Momenten. An dieser Stelle auch nochmals Vergelt´s Gott für Eure Spende.


Hermann-Josef Schlepütz OFM

Bericht Mattenkapitel


„Nichts hat mich in letzter Zeit so berührt wie dieser Gottesdienst“, das waren meine ganz persönlichen Schlussworte beim Online-Mattenkapitel. Ich konnte die Lieder mitsingen, die Texte waren verständlich und hatten mit dem Hier und Jetzt und mit meinem Leben zu tun, aber vor allen Dingen fühlte ich mich in einer Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern, die mit mir im Glauben unterwegs sind. Das ist es, was mir in meiner Heimatgemeinde fehlt.


Mit diesem Gottesdienst ging das ungewöhnlichste Mattenkapitel in der Geschichte des OFS zu Ende. Verschiedene Teilnehmer konnten sich noch gar nicht trennen und blieben noch eine Stunde im Chat. Wir waren einfach froh uns wenigsten so sehen zu können und ins Gespräch zu kommen. Katja May aus USA und Beate Bendel aus dem Krankenhaus hätten sonst nicht dabei sein können.


Auch unsere Referenten P. Johannes Baptist aus der Missionszentrale in Bonn und Br. Niklaus Kuster aus der Schweiz konnten sich einfach zuschalten. Dabei haben beide auf sehr unterschiedliche Weise auf unser Thema: „Baue meine Kirche auf! – Aber wie?“ geschaut und ihren Vortrag mit Powerpoint interessant präsentiert. Beide Vorträge wurden aufgezeichnet und stehen uns auf der Homepage (P. Johannes) bzw. im internen Bereich (Br. Niklaus) zur Verfügung.


Zum Austausch Kleingruppen zu bilden und verschiedene Räume einzurichten, in die die Teilnehmer selbstständig wechseln können ist schon eine tolle technische Möglichkeit. Dadurch konnten wir am Freitag bei der Vorstellrunde jeweils zu Fünft über die Frage ins Gespräch kommen: “ Welche Gebets- oder Gottesdienstform hat Dir in dieser Krisenzeit besonders geholfen? Was hat Dir gefehlt?“ Am Samstagnachmittag haben wir uns dann Gedanken darüber gemacht „Was ist eigentlich zerfallen, was ist kaputt? Wo entdecken wir aber auch neu Lebendigkeit? – in der Liturgie, – in der Diakonie, – in der Verkündigung.


Auch wenn ein virtuelles Treffen den persönlichen Kontakt nicht ersetzen kann, war es doch eine gute Möglichkeit, sich nicht aus den Augen zu verlieren. So sind aus den informellen Gesprächen, die an den Abenden in verschiedenen „Räumen“ stattfinden konnten, schon Ideen entstanden, wie die technischen Möglichkeiten auch in Zukunft genutzt werden können.


Einen herzlichen Dank an dieser Stelle noch einmal an Alle, die zum Gelingen des Kapitels beigetragen haben: an Jan, der uns technisch geführt hat, an die Referenten, die musikalische Begleitung und an P. Hermann-Josef für die Gestaltung des Gottesdienstes.


Wir hoffen, dass unser für den 11. – 13. Juni 2021 geplantes Wahlkapitel in gewohnter Form im Kloster Oberzell stattfinden kann.

Herzliche Einladung zur Online-Gruppe


Schon vor dem Mattenkapitel war geplant eine Online-Gruppe einzurichten für Mitglieder und Interessierte, in deren Nähe es keine Gemeinschaft gibt. Auch das war schon in der letzten Schnellen Botin angekündigt. Nun gibt es einen Termin: am 12. 12. um 14.30 Uhr versende ich einen Zoom-Link
An alle Interessierten. Um 15.00 Uhr kann das Treffen dann beginnen. Wer dabei sein möchte meldet sich per mail bei mir. Kamera und Mikrofon sind die technischen Voraussetzungen, PC oder Laptop sind die besten Endgeräte, es geht aber grundsätzlich auch mit Tablet und Smartphone.


Beim ersten Treffen wollen wir uns einander vorstellen und austauschen was so unsere Wünsche und Erwartungen sind. Wir wollen ein Wort des Hl. Franziskus betrachten und zum Abschluss gemeinsam beten. Außerdem werden wir miteinander überlegen, wie diese Treffen weitergehen können.
Kontakt: Ursula Clemm, email: ursula.clemm@ofs.de

FKA- Mitgliederwerbung


Liebe franziskanische Geschwister,
vielleicht ist Euch auf der Homepage des OFS der Bericht über die „Religiöse Woche 2020“ des Franziskanischen Krankenapostolates (FKA) ins Auge gefallen. Trotz der Einschränkungen infolge Corona konnten wir uns in kleinerem Kreis und mit entsprechendem Hygienekonzept in Altötting zu Vorträgen, Gottesdienst, Gebet und vor allem auch zu gemütlichem Beisammensein in munterer Runde treffen.
Gemeinschaft- ohne Vorurteile und Vorbehalte, ohne Zwang und Formalismus- das ist das Grundprinzip unserer vor über 50 Jahren von der an Polio erkrankten Leni Payerl im Chiemgau gegründeten Bewegung. Und so tauschen sich in derzeit 18 kleinen Briefgemeinschaften kranke, behinderte und gesunde Menschen aus und pflegen auch telefonisch, per Mail oder durch Besuche Kontakt miteinander.
Leni selbst war Mitglied des sog. Dritten Ordens, des Vorläufers des OFS. Und in dieser Tradition wurde das FKA vor ungefähr 10 Jahren dem OFS angegliedert und bietet neben Menschen unterschiedlicher Konfession und religiöser Bindung auch OFS Mitgliedern eine Heimat.
Wer von Euch Freude am Briefeschreiben hat oder einfach mal bei der nächsten Religiösen Woche (18.-24.10.2021) in Altötting bei uns vorbeischauen möchte, der kann sich gerne an mich wenden, und zwar unter der 09351/1679 oder per Email unter Pia.Kracht@t-online.de.
Ich freue mich auf Euch.
Pace e bene
Eure Pia

Adventskalender
Schon einige Zeit habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was ich meiner Gemeinschaft in dieser besonderen Adventszeit Gutes tun kann. Dann kam die Planung des Mattenkapitels dazwischen und dies und das und ich hatte den Kopf nicht frei für eine zündende Idee. So kam es mir wie ein Geschenk des Himmels vor, als die Vivere-Geschwister mir die Einladung zu ihrem Adventskalender schickten. Auf der Seite www.vivere-leben.de findet Ihr unter Aktuelles für jeden Tag ein Türchen. Jeder Tag wurde von einem Mitglied gestaltet – ist also sehr individuell. Man muss nicht alles selbst machen, wenn es doch schon etwas Gutes gib. Herzliche Einladung also dort jeden Tag einmal nachzuschauen.

Schlusswort


Nun wünsche ich Euch noch eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit. Ich wünsche Euch, dass Ihr in dieser Zeit mit der gebotenen Vorsicht liebe Menschen treffen könnt. Die Weihnachtsdeko in den Straßen und Häusern kann für die richtige Stimmung sorgen. Vielleicht könnt Ihr dem Nachbarn gegenüber mal mit einer Tasse Glühwein zuprosten.


Ich wünsche Euch einen guten und gesunden Start in das Jahr 2021, von dem wir alle hoffen, dass es uns die nötige Erleichterung bringt. Ebenso hoffen wir, dass wir uns im nächsten Jahr auch mal wieder persönlich treffen können.


Bis dahin
Liebe Grüße
Pace e bene

Ursula